Donau III (2005)

Wien bis Petronell-Carnuntum

Von Wien durch die Hainburger Au nach Petronell Carnuntum

Die dritte Etappe beginnt. Nach einer ausfuehrlichen Vorbereitungszeit stehen wir um 9.30 am Bahnhof in Linz und starten mit dem Zug nach Wien. Ueber Mariahilferstrasse und Zentrum zur Praterhauptalle und auf die Donauinsel. Von hier weg fuehrt uns ein herrlicher Radweg durch die Hainburger Au nach Petronell Carnuntum. Erster Campingplatz: zwei weitere Radfahrer-Paare, sonst wenig los, dafuer neben Autobahn, Hauptstrasse und Eisenbahn – zum Eingewoehnen…

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Ueber Hainburg nach Bratislava

Ueber die Grenze in die Slowakei, Besichtigung von Bratislava und Stadt-Campingplatz.

Wieder herrliches Wetter. Der Radweg fuehrt fast ohne Unterbrechung in die Slowakei, wo wir bald die Hauptstadt erreichen. Neue Waehrung: <a href=“http://de.wikipedia.org/wiki/Slowakische_Krone“ mce_href=“http://de.wikipedia.org/wiki/Slowakische_Krone“ target=“_blank“>Slowakische Kronen</a>. 1 Euro = 40 Kronen. <a href=“http://de.wikipedia.org/wiki/Bratislava“ mce_href=“http://de.wikipedia.org/wiki/Bratislava“ target=“_blank“>Bratislava</a> erweist sich als sehr sympathische Stadt, die Altstadt ist fast autofrei und zahlreiche Lokale laden zum Verweilen ein. Die Fahrt zum 7 km ausserhalb liegenden Campingplatz ist dafuer eher abenteuerlich, z. T. auf vierspurigen Strassen und ohne Stadtplan! Die Anlage ist riesig, mit dazugehoerendem Badesee, den wir auch gleich ausprobieren…

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Bratislava nach Gabcikovo

Von Bratislava am Donaudamm nach Gabcikovo. Nach der Fahrt durch den Bratislava-Morgenverkehr freuen wir uns, den Donauradweg wieder unter den Raedern zu haben. Der Radweg fuehrt ab jetzt direkt am Donaudamm, der im Zuge der Errichtung des Kraftwerks Gabcikovo gebaut wurde. Also elendslange Gerade, absolut eben, kein Schatten, super Asphalt. Es ist wieder ziemlich heiss und wir wundern uns, wie die Inline-Skater die Fahrt im Bikini bis 20 km ausserhalb der Stadt schaffen. Eigentlich haben wir vor, diesmal eine laengere Mittagspause im Schatten zu verbringen, um der Mittagshitze zu entkommen, die wenigen Ortschaften bieten jedoch keinen geeigneten Rastplatz und die Donau-Au stellt sich wieder als Gelsenparadies heraus. So treten wir in der gluehenden Sonne bei Gegenwind die letzten 15 km bis zum Kraftwerk, wo wir erschoepft in den ersehnten Schatten sinken. Unterkunft in einer Pension in Gabcikovo Ort um 12 Euro/Person inkl. Fruehstueck.

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Gobcikovo bis Komarno/Komárom

Von Gabcikovo am Donaudamm durch Blumenwiesen nach Komarno.

Nach einem nächtlichen Gewitter ist es am Morgen kühl und windig (Rückenwind!). Der Damm ist heute oft nicht mehr asphaltiert, sondern schottrig, (Cycle-Path on dirt – laut Führer) dafür sind links und rechts herrliche Blumen zu bewundern. Eine Slowakin weist uns den Weg: 26 km Schotter – schlecht oder 36 km Bundesstrasse – gut! Sie kann es nicht verstehen, wie mann den Schotter wählen kann. Komarno ist sehr sympathisch, vor allem der Europa-Platz, auf dem alle europäischen Länder mit einem eigenen Haus vertreten sind ist sehr freundlich und gemütlich. Herrliches Mittagessen, dann auf die ungarische Seite, auf der Suche nach einem Campingplatz. Der erste Platz ist voll mit DEUTSCHEN!! Wohnmobilen und wir weigern uns, unser Zelt dort aufzuschlagen. Am nächsten Platz sind wir allein und stellen das Zelt im Windschatten einer Blockhütte auf.

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Über Sturovo nach Esztergom

Auf der slowakischen Seite weiter nach Esztergom.

Gleich am Morgen fahren wir zurück auf die slowakische Seite, um den Hügeln in Ungarn auszuweichen. Bedeutende römische Ausgrabungsstätte Kelemantia, wo aus dem Nichts ein Radfahrer auftaucht. Halskette, Kopftuch etc. sind mit Hanfsymbolen verziert. Von ihm erfahren wir, dass es in Linz einen guten Coffee-Shop gibt, und dass Marihuana für jeden die beste Medizin wäre…Mittagessen in Sturovo, dann verbrauchen wir die restlichen Slowakischen Kronen im Supermarkt (nicht so einfach, so billig, wie hier alles ist!)

Jetzt aber endgültig nach Ungarn, auf den Campingplatz in Esztergom, wo wir von einer Österreicherin an der Rezeption in Empfang genommen werden.

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Auf nach Budapest

Von Esztergom vorbei am Donauknie nach Budapest.

Nach Esztergom haben wir noch 7 km Radweg, dann müssen wir bis Visegrad auf der Hauptstrasse fahren. Der Verkehr ist erträglich. In Visegrad nehmen wir die Fähre auf die Donauinsel im Donauknie, um die „schroffen“ Berge der Umgebung besser sehen zu können (keine gefunden). Während der Mittagspause können wir einen Storch beobachten, der gemütlich durchs hohe Gras stolziert und Frösche/Mäuse frisst. Weiter nach Budapest. Der Radweg führt fast bis zum Campingplatz, wo wir 2 Holländer treffen, die ein Jahr mit dem Rad durch Europa fahren. Der Campingplatz weist gewissen „amorphen“ Charme auf, dafür ist er umso teurer (16 Euro/Nacht).

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Budapest

Stadtbesichtigung in Budapest.

Wir versuchen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in <a href=“http://de.wikipedia.org/wiki/Budapest“ mce_href=“http://de.wikipedia.org/wiki/Budapest“ target=“_blank“>Budapest</a> anzusehen. Doch so ein Stadtbummel ist anstrengender als unsere übliche Radtour…<br /> Nach einigem Hin- und Herüberlegen, ob wir mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad in die Stadt fahren sollten, entscheiden wir uns für`s Rad. Vom Campingplatz im Norden der Stadt gibt es einen durchgehenden Radweg ins Zentrum, den wir allerdings nicht vollständig finden. Über die Donaubrücke gelangen wir auf die Margitsziget (Donauinsel), auf der wir einige nette Kilometer richtung Zentrum zurücklegen können. Doch dann wurschteln wir uns durch den Verkehr, bis wir endlich in der Fußgängerzone in Pest landen. Die Stadt macht einen sehr sauberen und gepflegten Eindruck, und man könnte alles kaufen, was das Herz begehrt, allerdings fast zu österreichischen Preisen. Über die Kettenbrücke (hier kann man am Gehsteig fahren) gelangen wir nach Buda, um uns den Burgpalast und die Fischerbastei anzusehen. Mangels Ortskenntnissen kämpfen wir uns über Straßenbahnschienen und Stiegen auf den Burgberg. Die Aussicht auf die Stadt und die wunderschöne Fischerbastei entschädigen unsere Anstrengungen. Trotzdem ist unsere Besichtigung für beendet erklärt und wir erkunden am Rückweg den Radweg für den nächsten Tag.

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Tokol, Sziget, Ujfalu, Rackeve

Durch winzige Ortschaften radeln wir nach <a href=“http://www.rackeve.hu/“ mce_href=“http://www.rackeve.hu/“ target=“_blank“>Rackeve

Vom Campingplatz im Norden von Budapest radeln wir am rechten Ufer ins Zentrum. Bis Zur Autobahnbrücke, wo wir die Donau überqueren, fahren wir großteils am Radweg, doch dann wird`s unübersichtlich. Nach insgesamt 30 km erreichen wir endlich das Ortsende von Budapest uns finden uns bald wieder in gewohnter Einsamkeit wieder: Felder, Donaudamm, Donau. Nach einer Rast direkt am Ufer und fast OHNE Gelsen (!) weiter nach Rackeve…

In http://www.rackeve.hu angekommen fragen wir bei der Tourismusinfo nach dem Weg zum örtlichen Campingplatz. Den gibts nach deren Auskunft gar nicht mehr. Wir lassen uns den Weg erklären und lassen es auf einen Versuch ankommen. Beschriftet ist er noch als Campingplatz, scheint aber nur mehr als Strandbad in Verwendung zu sein. Mit Zeichensprache kommen wir überein dass wir doch hier Zelten können. Um 1.600,- Ft haben wir den Zeltplatz mit der bisher schönsten Aussicht. Nach einem hervoragendem Mahl in der örtlichen Pizzeria gehts bei Sturm ab ins Zelt.

Gegen Mitternacht erwachen wir bei Windstille und atemberaubendem Lärm. Die Frösche im angrenzenden Schilf sind offenbar in der Balz. Wir überlegen bereits demnächst Froschschenkel als Abendessen zu ordern.

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Nach Szeltitopart

Durch kleine Ortschaften geht es wieder zur Donau. Spannend wird es erst am Nachmittag.

Auf unserer Karte ist in Dunapataj ein Campingplatz eingezeichnet. Im Ort scheint den aber niemand zu kennen. In der Eisdiele finden wir Fremsprachenkundige, die uns zum Campingplatz in Szeltitopart schicken. Dort angekommen folgt die Überraschung. Der Campingplatz ist da, aber seit Jahren geschlossen. Im Strandbadrestaurant fragen wir, ob es einen weiteren Campingplatz gibt. Den gibts weit und breit nicht, aber wir dürfen im Bad übernachten.

Aus Sicherheitsgründen stellen wir unser Zelt erst auf als es bereits dunkel wird. So genießen wir hier eine ruhige Nacht, ohne Froschkonzert.

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Über Kalocsa nach Baja

Wir stehen schon um 5 Uhr auf und sind mittags bereits in Baja.

Um nicht entdeckt zu werden, bauen wir das Zelt gleich nach Sonnenaufgang ab und radeln bereits in den frühen Vormittagsstunden weiter. Kalocsa erweist sich aufgrund eines Klosters als wahre „Touristenmetropole“ . Von dort halten wir uns wieder ans Donauufer. Der Donaudamm ist gut befahrbar, man sollte sich allerdings nicht in die Büsche entlang der Donau wagen, dort wird man nämlich sofort von den Gelsen aufgefressen! Baja macht auf den ersten Blick einen schrecklichen Eindruck (viel Verkehr, hässliche Gebäude), eine Pizza im Zentrum stimmt uns wieder etwas versöhnlicher. Der Campingplatz liegt auf einer kleinen Insel und hat sogar geöffnet. Es gibt nur drei Gäste, die unter den 3 Mio Gelsen gerecht aufgeteilt werden… Hier treffen wir zwei Deutsche, die mit dem Motorrad in Rumänien unterwegs waren, und auf der Heimreise nach Deutschland sind.

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Auf nach Mohacs

Nach nur 47 km erreichen wir den letzten Ort vor der kroatischen Grenze, Mohacs.

Im Vergleich zu Baja macht Mohacs einen sehr gepflegten Eindruck. Alleine die Fähre ist schon top-modern. Nach einer kurzen Stadtbesichtigung fahren wir zu unserer Unterkunft. Es handelt sich um eine Pferde-Ranch wo auch Zimmer vermietet werden. Das Zimmer ist sehr komfortabel und wir beobachten durchs Fenster das Herannahen der Schlechtwetterfront.

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Nach Kroatien

Über die Grenze nach Kroatien. Durch einen tollen Nationalpark nach Osijek.

Von Mohacs fahren wir auf der E73 zum Grenzort Udvar. Große Straße und kaum Verkehr. Dank Rückenwind fahren wir gemütlich 30 km/h. Bei der Grenze werden wir nach Herzeigen unserer Pässe gleich durchgewunken. Wir möchten uns den Nationalpark Kopacki Rit ansehen und verlassen die Hauptstraße über Topolie, Draz und Suza. Der Nationalpark ist wirklich riesig und beeindruckend, leider regnet es in Strömen. Nach Osijek wieder auf der E73 mit sehr viel Verkehr. Es gibt auf den letzten Kilometern sogar einen Radweg neben der Straße, den wir leider nicht gleich entdecken. In Osijek erste Möglichkeit zum Geldabheben! Dann ab ins Hostel (Dubrovcki Straße 80), das auf den ersten Blick aussieht wie ein Moped-Geschäft.

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Ruhetag in Osijek

Ausschlafen, Stadtrundgang und Besuch im Internetcafe

Den Tag verbringen wir bis Mittag im Bett. Dann raffen wir uns endlich auf und starten einen Stadrundgang im Regen durch Osijek. Das größte Problem ist, unser einziges Paar Schuhe irgendwie vor der Nässe zu schützen. Erst heute bemerken wir, dass viele Häuser Einschusslöcher haben. Die Stadt bietet dank Sauwetter einen triesten Eindruck und wir verstecken uns im Internetcafe, um die ersten Artikel für die Homepage zu verfassen.

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Über Jarmina nach Vinkovci

Wir haben das warten auf Wetterbesserung satt. Im strömenden Regen, mit voller Ausrüstung (Sylvia mit Duschhaube, ich mit Plastiksäcken über den Schuhen) starten wir nach Jarmina.

Auf der [518] fahren wir durch so einprägsame Orte wie Antunovac, Ernestinovo, Laslovo und Gabos nach Jarmina. Dieses Dorf hat für mich dadurch eine besondere Bedeutung, dass meine Mutter aus Jarmina stammt. Im Oktober 1944 wurden die Bewohner, und damit auch meine Großeltern vertrieben.<br /> Im Ort angekommen suchten wir uns zunächste ein Cafe um uns aufzuwärmen. Ich machte mich anschließend mit der Kamera auf den Weg um Fotos des Dorfes zu machen.

Aus einem alten Stadtplan kannte ich die ungefähre Lage des Hofes meiner Großeltern. Durch die Veränderungen in über 60 Jahren konnte ich das genaue Haus nicht erkennen. Trotz alledem sind viele Dinge in den 60 Jahren unverändert geblieben. Das Dorf besteht weiterhin im großen und ganzen aus zwei Straßen, die Kirche ist erhalten und schön restauriert.

Am Nachmittag fahren wir weiter ins nahe Vinkocvi, und suchen uns ein Zimmer.

Nach einer Stärkung in einem kleinen Wirtshaus besuchen wir noch Ksenja, eine entfernte Verwandte von mir. Dabei erfahren wir viel Interessantes vom letzten Krieg. Ksenja musste für 1 Jahr zu Verwandten ziehen, da ihr Haus im Kampfgebiet lag und auch von mindestens einer Bombe getroffen wurde. Als Folge des Zerfalls Yugoslaviens lebt Ihre Verwandschaft auf alle Nachfolgestaaten verteilt.

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Wo ist die Straße nach Negoslavci

Heute sind wir im ehemaligen Frontgebiet des <a href=“http://de.wikipedia.org/wiki/Jugoslawienkrieg“ mce_href=“http://de.wikipedia.org/wiki/Jugoslawienkrieg“ target=“_blank“>Jugoslawienkriegs</a> unterwegs. Die vielen Minen-Schilder und zerstörten Häuser erinnern deutlich daran.

Unser Routenplan führt uns von Vinkovci über Stari Jankovic, Petrovci und Negoslavci bei Sotin zurück an die Donau, da wir uns die Stadtdurchfahrt und den Verkehr in Vukovar ersparen wollen. In Petrovci fahren wir durch den ganzen Ort ohne einen Hinweis auf die Straße nach Negoslavci zu finden. Im zweiten Anlauf finden wir eine vielversprechende Abzweigung im Ort, die aber schlagartig nach den letzten Häusern in einen schlechten Feldweg übergeht. Wir kehren um und suchen weiter. Beim Friedhof fragen wir zwei ältere Herren nach dem Weg nach Negoslavci. Wir sprechen zwar keine gemeinsame Sprache aber irgendwie wird uns klar, dass sie uns über <a href=“http://de.wikipedia.org/wiki/Vukovar“ mce_href=“http://de.wikipedia.org/wiki/Vukovar“ target=“_blank“>Vukovar </a>schicken. Da wir aber auf diese Alternative nicht eingehen marschiert einer von ihnen mit uns durch den halben Ort und möchte, dass wir ihm folgen. Er humplet voraus, wir fahren im Schritttempo hinterdrein. Ziel ist ein ehemaliger Gastarbeiter mit Deutschkenntnissen. Der macht uns klar, dass es nur einen Feldweg nach Negoslavci gibt und die einzige Alternative die Stecke über Vukovar ist. Na, das hätten wir auch einfacher haben können. So fahren wir den Umweg über Vukovar, da wir den Feldweg wegen der Minengefahr meiden. Unser heutiges Ziel ist Ilok, da es hier keine Übernachtungsmöglichkeit gibt (Hotel zerstört), fahren wir über die Grenze ins serbische Backa Palanka.

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Nach Novi Sad

Da wir am weniger stark befahrenen Südufer der Donau nach Novi Sad fahren möchten müssen wir zunächst zurück nach Kroatien.

An der kroatischen Seite der Grenze werden wir etwas Merkwürdig angesehen da wir ja erst gestern ausgereist sind. In Ilok setzen wir unseren letzten Kuno in Lebensmittel um und fahren die 3km zum nächsten Grenzübergang. Die Gebäude am Grenzübergang bestehen aus Baucontainern, und es hat den Anschein dass wir heute die ersten „Kunden“ sind. Auf Serbischer Seite werden unsere Passnummern durch den Computer gejagt, da wir ja bereits von gestern einen Einreisstempel im Pass haben.<br /> Die Straße führt uns durch wunderschöne ruhige Hügel. Die Ortschaften machen einen sehr trostlosen Eindruck. Als wir uns Novi Sad nähern wird der Verkehr deutlich stärker. In Sremska Kamenica gibts sogar Stau. Die Brücke von Sremska Kamenica nach Novi Sad ist noch in Bau, somit müssen wir weiter nach Petrovaradin.<br /> Hier machen wir einen Sightseeingstop auf der Burg mit herrlichem Blick über Novi Sad. Von hier sehen wir auch erstmals die Pontonbrücke über die Donau die als Ersatz für eine von der Nato zerstörte Brücke dient. Diese Pontonbrücke wird 1-2x die Woche für die Schifffahrt geöffnet.

Als Unterkunft haben wir den Campingplatz auserkohren. Nur existiert der nicht mehr. Stattdessen ist ein relativ hochpreisiges Bungalovdorf. Wir bleiben trotzdem un mieten uns ein Häuschen.

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Novi Sad

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Belgrad

Nach ungewollter Betriebsspieonage auf einer Schweinefarm erreichen wir Zemun und Belgrad.

Um dem Verkehr zu entgehen wählen wir Nebenstraßen entlang der Donau. Wie sich heraustellt sind diese Nebenstraßen eher Feldwege als Straßen. Dabei landen wir am Betriebsgelände einer Schweinefarm. Nachdem wir bemerken dass es hier nicht weitergeht fahren wir in Richtung Hauptstraße. Dabei fahren wir an einem Wächterhäuschen vorbei. Als ich vorbeifahre liest er noch gemütlich Zeitung. Wenige Sekunden später weiß der gute Mann nicht wie im passiert, denn wir fahren aus dem Betriebsgelände raus, und reinfahren hat er uns nicht gesehen. Wir dürfen erst weiterfahren nachdem der Besitzer auftaucht und uns mehrfach sagt das dies ein Firmengelände ist. Nachdem wir offenbar doch nicht wie Spione oder Scheinediebe aussehen dürfen wir wieder fahren.<br /> <br /> Nach diesem Intermezzo geht`s auf der Hauptstraße weiter nach Zemun, einem „Vorort“ von Belgrad. Vorbei am Lido mit einem weiteren „virtuellen Campingplatz“ erreichen wir über eine 4-spurige Brücke Belgrad. Nach einigen Schwirigkeiten finden ins Zentrum und eine Touristinfo. Zunächst suchen wir uns ein Hotel, was sich mit unseren Sonderwünschen (Fahrradabstellplatz) gar nicht so einfach gestaltet. Ein weiteres Hindernis ist unser Bargeldmangel. An einem Wechselautomaten komm ich zum nötigen Bargeld und so landen wir im *** Hotel Astoria.

Nach einer Dusche gehts zum Bahnhof. Da und Belgrad sooo gut gefällt, kaufen wir die Fahrkarte gleich für morgen früh. Fahrradticket bekommen wir auch auf Nachfrage keines. Anschließend fahren wir mit dem Taxi für 300 DIN zur Kirche Saint Sava und mit dem nächsten Taxi weiter zur Burg. Nach einem Bummel durch die Fußgängerzone fahren wir erschöpft mit dem nächsten Taxi zurück zum Hotel.

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Heimreise

Ein Tag im Bahnabteil. Nicht viel zu tun. Lesen, zahlen fürs Fahrrad, lesen, zahlen fürs Fahrrad, lesen, zahlen fürs Fahrrad.

Das Problem mit dem Fahrrad hat schon gestern beim Kartenkauf begonnen. Die „hochmotivierte“ Dame am Kartenschalter meint nur die Fahrradmitnahme kostet nichts, daher gibts auch keine Karte.

Am Bahnsteig angekommen folgt die erste Überraschung, kein Gepäckabteil im ganzen Zug. Auf Nachfrage wohin mit den Rädern zeigt der Schaffner nur ans Zugende. Nach einiger Zeit kommt der Schaffner um für die Räder zu kassieren. Da wir keine gemeinsame Sprache sprechen deutet er mir ihm zu folgen. Ich lande in einem Abteil mit einem sympathischen Mädchen dass als Englischdolmetscherin tätig wird. Mit dem Argument dass alles was nicht ins Gepäcknetz oder unter die Sitze paßt kostenpflichtiges Übergepäck ist wird das Geschäft eingeleitet. Die Höhe der Gebühr ist nach dem Hinweis dass nicht mehr allzuviele Dinar übrig sind Verhandlungssache. Da ein Beleg nur bis zur Grenzstation ausgestellt wird und damit nichts bringt zahl ich 600 Dinar ohne Beleg und damit den halben Tarif der zuvor verlangt wurde.

Nach kurzer Pause geht das Spiel in Ungarn weiter. Der Schaffner macht zwar auf Geschäftsmäßig und schreibt den Beleg insgesammt 3mal, dafür wird der verlangte Betrag mit jedem Versuch größer. Aus den zuerst verlangten 20,- € werden nach angestrengtem lesen in den Betriebsvorschriften zuletzt 40,- €. Das ist etwas mehr als die Personenfahrkarte für diese Strecke kostet.

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