Donau II (2004)

Es ist Herbst, und wir haben noch einige Tage frei, um die Donau durch Österreich zu begleiten. Die Anreise zu unserem Ausganspunkt Passau ist diesmal unkompliziert, wir fahren mit dem Zug am Vormittag weg und sind zu Mittag bereits im Zentrum von Passau.

Auch wenn wir erst am Beginn des Urlaubs sind – was wäre eine Radtour ohne ordentliches Essen – und so ist unser erstes Ziel das Café Roses, wo wir uns gleich im Vorfeld stärken.

Nach einer kurzen Stadtbesichtung kann es dann losgehen. Bei herrlichem Sonnenschein radeln wir zuerst am linken Donauufer und lernen im „Donauinformationszentrum“ das Urtierchen mit den wackeligen Ohren kennen. Das herbstlich verfärbe Laub leuchtet in der Sonne und wir freuen uns, die erste Grenze unserer Donautour von Deutschland nach Österreich passieren zu können.

Unser heutiges Ziel ist Au, eine Ansiedelung weniger Häuser bei der Schlögener Schlinge, und wir übernachten auf einem Bauernhof mit Privatzimmern. Beim Anblick des Badezimmers fällt uns nur so viel ein: schlimmer kann es in Serbien auch nicht sein – mal sehen.

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Au – Mitterkirchen

Am Morgen hängt herbstlicher Nebel über der Donau und es ist kühl. Mit einer kleinen Fähre werden wir ans andere Ufer gebracht und mit kurzem Zwichenstopp in Aschach nähern wir uns unserer Heimatstadt Linz. Die Stadtbesichtigung lassen wir in diesem Fall ausnahmsweise ausfallen und wir wollen auch auf keinen Fall zu Hause übernachten, das wäre ja eine dumme Unterbrechung des Urlaubes.

Obwohl sich der Nebel am Nachmittag verzieht friert mich während unserer Pause in Mauthausen ziemlich und ich fahre freiwillig gleich weiter bis Mitterkirchen. Hier finden wir in einem netten Mehrfamilienhaus ein Zimmer.

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Mitterkirchen – Melk

Nach einem herrlichen Frühstück macht zu unserem Vergnügen der Hund unserer Gastgeber noch ein Kunststück für uns: für ein Stück Schokolade (!) zeigt er uns die „Rolle rüber“. Doch Mitterkirchen hat noch mehr zu bieten.

Gleich um die Ecke zu unserer Unterkunft befindet sich das bekannte Freilichtmuseum, wo ein Keltendorf wahrheitsgemäß nachgebaut wurde und wir erleben können, wie Menschen vor ca. 27.000 Jahren gelebt und gearbeitet haben. Besonders begeistert uns das Fladenbrot, das nach Keltenart in speziellen Öfen gebacken wird, sowie später der offene Kamin, vor dem wir uns vor der Weiterfahrt noch aufwärmen können.

Über Grein und Ybbs radeln wir weiter nach Melk, wo wir schon von der Ferne das Benediktinerstift erkennen können. Der Donauradweg ist um diese Jahreszeit wie ausgestorben, die Fensterläden der Imbiss-Stuben sind fest verschlossen, und auch in der Jugendherberge in Melk sind wir die einzigen Gäste.

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Melk – Zwentendorf

Etwas Interesse für Kultur muss wohl sein – aber offensichtlich nicht in Melk. Hier wird uns sogleich verboten, die Räder mit in den Innenhof des Stiftes zu nehmen, obwohl wir die einzigen Touristen – und überhaupt die einzigen Personen am Gelände sind. Somit können wir auf die Besichtigung auch gerne verzichten und heben uns unser kulturelles Interesse auf für die Venus von Willendorf, die wir wenige Kilometer später ausführlich von vorne – und von hinten- besichtigen und fotografieren.

Damit noch nicht genug: in Spitz besuchen wir ein Museum für Donauschifffahrt, wo eindrucksvoll dargestellt wird, wie Schiffe früher flussaufwärts praktisch gezogen wurden. Aus dieser Zeit stammen zum Teil noch die Treppelwege, auf denen wir jetz gemütlich mit dem Fahrrad fahren können.

Am Weg durch die berühmte Wachau sind uns leider nur wenige Sonnenstrahlen gegönnt. Mit nur kurzen Aufenthalten in Dürnstein und Krems radeln wir zügig durch bis Zwentendorf.

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Zwentendorf – Wien

Heute ist der Tag der verschwundenen Ente!

Beim Schiffsanlegesteg in Tulln wollen wir unserer kleinen Ente, die uns jetzt schon seit der Quelle begleitet, ein ausgiebiges Bad gönnen. Um sie schön fotografieren zu können soll sie möglichst weit draußen auf der Donau schwimmen – dabei reißt sie sich los und verschwindet unter einem großen Schiff. Wir überlegen kurz ins Wasser zu gehen und sie zu retten, doch dann siegt die Vernunft und wir kaufen uns noch in Tulln Ente II.

Am späten Nachmittag erreichen wir Wien – unser nächste Etappenziel. Am Naschmarkt werden wir von einem Freund von uns erwartet und wir kaufen ein für ein gemeinsames Abendessen.

Am nächsten Tag bummeln wir noch durch Wien und treten dann die Heimreise an.

Nächstes Jahr wollen wir die Tour fortsetzen.

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